Schriftliche Auskunft von Mattis Dänhardt, Sohn von Artur Dänhardt, 24.06.2025 (Auszug)
Leben vor der Haft
Am 3. Januar 1905 wurde Artur Dänhardt in Mettmann im Bergischen Land geboren. Er wuchs mit zwei jüngeren Geschwistern in einer bürgerlichen Familie auf. 1909 zog diese nach Erfurt, zehn Jahre später nach Dresden. Schon in jungen Jahren hatte Artur Dänhardt mit Krankheiten zu kämpfen. Zugleich entwickelte er früh ein Interesse an Kunst und Musik. Sein Beruf als Verlagsbuchhändler führte ihn 1925 nach Ravensburg, anderthalb Jahre später nach Hamburg. Im Alter von 22 Jahren heiratete er dort Bertha Bachmann. Das Paar bekam schon bald zwei Söhne, 1940 folgte eine Tochter.

Widerstand und Haft
Im Herbst 1933 schloss sich Artur Dänhardt, seit 1928 Mitglied der SPD und der Deutschen Friedensgesellschaft, einer Widerstandsgruppe an und druckte heimlich Flugblätter.
„… zu seinen Überzeugungen stehen“
Mattis Dänhardt,
Sohn von Artur Dänhardt, 2025
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenEntlassung und weiterer Lebensweg
Artur Dänhardt kehrte unmittelbar nach seiner Entlassung nach Hamburg zurück und hielt sich mit einem Papiergeschäft über Wasser, das er aber aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben musste. Wahrscheinlich betätigte er sich auch wieder in einem Widerstandskreis. 1940 fand er in Bad Oeynhausen in einem Verlag Arbeit. In den Krieg musste er nicht, da er körperlich untauglich und wegen seiner Verurteilung in den Augen des Militärs „wehrunwürdig“ war. 1942 stieg er zum Verlagsleiter in Berlin auf. Erst am 1. April 1945, kurz vor dem Angriff der Roten Armee, floh die Familie nach Langebrück bei Dresden.
In Sachsen, nun Teil der Sowjetischen Besatzungszone, engagierte sich Artur Dänhardt sofort für den politischen Neuaufbau. Er trat der KPD bei und gründete eine Volkshochschule. Als anerkannter „Kämpfer gegen den Faschismus“ beantragte er 1946, als Leiter eines Verlags eingesetzt zu werden. Der Rat der Stadt Dresden lehnte sein Ansinnen jedoch ab, da kein geeigneter Betrieb zur Verfügung stand.
Ebenfalls 1946 lernte Artur Dänhardt Lilo Richter kennen, für die er seine Familie verließ. Beruflich fasste er nun als Funktionär der Gewerkschaft Kunst und Schrifttum Fuß. Nach einer Zwischenstation beim Kulturbund leitete er ab März 1951 den Maecenas-Verlag. Doch schon ein Jahr später wurde er nach einer politisch angeordneten Umstrukturierung der Verlagslandschaft zum Cheflektor des neugeschaffenen „Verlags der Kunst“ degradiert. 1955 wechselte er als Dozent an die Volkshochschule Dresden. Im selben Jahr starb seine zweite Frau. 1957 heiratete er Anneliese Max, ein Jahr später kam ihr Sohn Mattis zur Welt. Am 3. Januar 1959 berief der Dresdner Stadtrat Artur Dänhardt zum Leiter des Grünen Gewölbes, der historischen Schatzkammer der sächsischen Fürsten. Wenige Monate später musste er das Amt aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben, doch blieb er bis Ende der 1980er Jahre kulturpolitisch engagiert.
„…also er war immer am Schreibtisch, jeden Tag“
Mattis Dänhardt,
Sohn von Artur Dänhardt, 2025
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenEntschädigung
Artur Dänhardt war in der frühen Nachkriegszeit gesundheitlich stark angeschlagen und völlig unterernährt. Als anerkanntes „Opfer des Faschismus“ profitierte er von kostenlosen Untersuchungen und Kuraufenthalten. 1952 wurde ihm ein Darlehen für Mobiliar gewährt. Einer seiner Söhne erhielt Studienbeihilfen. Später kam Artur Dänhardt noch in den Genuss einer Ehrenpension. Für seine Familie war das Zusatzeinkommen sehr wichtig.
„… wenn man schon unter diesen Bedingungen Haltung bewahrt hat“
Mattis Dänhardt,
Sohn von Artur Dänhardt, 2025
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenBericht des Prüfungsausschusses beim Rat der Stadt Dresden, 06.12.1950
Sächsisches Staatsarchiv, 11430 Bezirkstag / Rat des Bezirkes Dresden, Nr. VdN 951
Nach der Anerkennung Artur Dänhardts als „Kämpfer gegen den Faschismus“ in Berlin am 21. Mai 1946 erfolgte am 02. Juni 1947 seine Anerkennung in Sachsen, 1950 dann eine Überprüfung seines Status.
Auswirkungen auf die Familie
Die Inhaftierung als Widerstandskämpfer wirkte sich 1933 unmittelbar auf seine Frau Bertha und die Kinder aus, die nun auf Unterstützung seiner Eltern angewiesen waren. Albträume verfolgten ihn noch lange, doch sprach er mit seiner dritten Frau Anneliese und seinem Sohn Mattis Dänhardt nicht mehr über seine Erlebnisse.
„… wie ein anderes Leben“
Mattis Dänhardt,
Sohn von Artur Dänhardt, 2025
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen


